Aufreibend, aber phänomenal

Irgendwann geht auch die längste Feier einmal zu Ende. Beim VfB Lampertheim war am Montagmorgen um 5 Uhr Feierabend. Dann kapitulierten auch die letzten Aufstiegshelden. Zuvor hatten die Grün-Weißen mit einem 1:1 im Rückspiel der Relegation beim FSV Rimbach den Aufstieg in die Fußball-Kreisliga A perfekt gemacht. Es war ein Durchmarsch, mit dem beim VfB vor dieser Saison niemand gerechnet hatte.

Nach 30 Spieltagen ist der VfB gefühlter Meister

Die Sportausschussvorsitzende Gisela Hanusch hatte nach dem Aufstieg in die Kreisliga B im vergangenen Jahr viele Gespräche mit Trainer Stefan Svrga geführt. Ist die Mannschaft in dieser Form in der neuen Klasse konkurrenzfähig? „Der Trainer hat immer an das Potenzial der Mannschaft geglaubt. Der Wunsch war vor der Saison aber ein einstelliger Tabellenplatz“, sagt Gisela Hanusch.

Schnell wurde jedoch deutlich, dass die Mannschaft sich auch in der neuen sportlichen Heimat sehr gut zurechtfindet. Der VfB mischte von Beginn an oben mit und ließ sich auch durch personelle Rückschläge nicht aus dem Konzept bringen. Nach 30 Spieltagen fühlten sich die Spargelstädter gar ein wenig als Meister. Im Fernduell mit dem SV Kirschhausen wies der VfB bei gleicher Punktzahl das deutlich bessere Torverhältnis auf, zog aber im direkten Vergleich den Kürzeren und musste damit in die Saisonverlängerung gehen.

Gegen den A-Liga-Vertreter FSV Rimbach, da gab es auf den Sportplätzen während der 180 Minuten keine zwei Meinungen, war der VfB in Hin- und Rückspiel die bessere Mannschaft. Dennoch mussten die Lampertheimer vor heimischem Publikum bis zur 94. Minute warten, ehe der Sieg perfekt war. Und im Odenwald lief das Team auch lange einem Rückstand hinterher. Erst in der 75. Minute stieß Thomas Gerner mit seinem viel umjubelten Freistoßtreffer das Tor zur A-Liga auf. „Das war phänomenal, so etwas am Spielfeldrand miterleben zu dürfen. Es war aber auch extrem aufreibend“, so Gisela Hanusch.

Auf der Rückfahrt von Rimbach ging die Party im Bus richtig los. Doch die Verantwortlichen blicken auch im Moment des Erfolgs schon wieder nach vorne. „Wir haben im Spiel gegen Rimbach gesehen, dass wir uns verstärken müssen“, sagt Hanusch. Die A-Liga sei einfach „ein anderes Kaliber“. Viele Spieler aus dem aktuellen Kader kommen aus der eigenen Jugend oder haben den Weg von der C-Liga bis jetzt mitgemacht. Da tut eine Blutauffrischung gut. Dabei will der VfB aber nicht seine eigenen Ideale verraten. Gisela Hanusch: „Wir legen Wert darauf, dass Spieler bei uns sind, die auch aus Lampertheim kommen.“ Solche hat der Aufsteiger mit Uwe Lauinger (FV Hofheim), Cem Duman (Olympia Lampertheim) und Kevin Haberkorn (TV Lampertheim II) gefunden.

Niemand im Klub ist nun so verwegen, zu denken, dass es in diesem Takt weitergehen wird. „Nach etlichen Jahren in den unteren Klassen müssen wir weiterhin vorsichtig sein“, erklärt Gisela Hanusch. Demut ist also erst einmal angesagt. Zunächst wird es darum gehen, sich in der neuen sportlichen Heimat zu akklimatisieren. Gisela Hanusch will auch in Zukunft auf Disziplin, Zusammengehörigkeit und Spieler aus der eigenen Jugend setzen. Ein bisschen darf in den nächsten Tagen aber trotzdem noch gefeiert werden.

Quelle: Lampertheimer Zeitung

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